Vorwort Judith Lambertz

Liebe Mitglieder und Freunde,
Liebe Spielfreunde,

in diesem Jahr feiern wir 70 Jahre „Rheingold“, 70 Jahre voller Musik und Freude.

Unser ursprünglicher Plan war es, dieses besondere Ereignis im großen Rahmen und mit vielen Veranstaltungen entsprechend zu würdigen und mit euch alles zusammen zu feiern. Leider hat uns die Pandemie einen großen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten schweren Herzens die ursprüngliche Planung über Bord werfen. Umso größer ist die Freude, dass wir dennoch in diesem Jahr unseren Festkommers feiern und dann im nächsten Jahr unser großes Jubiläumsfest nachholen können.

Seit 70 Jahren wird bei „Rheingold“ musiziert und die Gemeinschaft ganz großgeschrieben. Ich persönlich habe das große Glück, seit meiner Geburt dabei sein zu dürfen und mit dem Vereinsleben groß geworden zu sein. Ich kann mir ein Leben ohne musizieren nicht mehr vorstellen.

Aber was bedeutet Musizieren in einem Verein wirklich?

Es geht natürlich in erster Linie immer um die Liebe zur Musik und die Leidenschaft, aber dennoch spielt auch die Gemeinschaft, Erziehung, Menschenbildung, kulturelle Betätigung, sowie eine sinnvolle Freizeitgestaltung eine große Rolle.

Musizieren verbindet nicht nur Musiker, Publikum und Freunde, es macht die Menschen glücklich und bereitet ihnen Spaß und Freude. Beim Musizieren haben alle Musiker dieselben Gedanken, Ziele und Gefühle, die uns auch im Alltag Kraft geben.

In den 70 Jahren des Bestehens des MC „Rheingold“ haben viele Jugendliche, Frauen und Männer die Freude des Musizierens erleben dürfen. Ihnen gebührt Hochachtung und Dank für ihr kulturelles Wirken in unserer Stadt Hürth. Schon als kleines Mädchen war ich fasziniert, wenn ich unseren Musikverein musizierend durch die Straßen marschieren sah oder beim Bühnenspiel in der ersten Reihe sitzen durfte und mit voller Begeisterung zuhören konnte. Dieser Stolz und diese Faszination überfällt mich auch heute noch wenn ich bei Konzerten oder sonstigen Veranstaltungen des MC „Rheingold“ dabei bin.

In unserer überwiegend materialistisch eingestellten Gesellschaft ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich Menschen zusammenfinden, um in ihrer Freizeit sich selbst und vor allem anderen Menschen durch das Musizieren eine Freude zu bereiten. Als 1. Vorsitzende freue ich mich über diese nachhaltig positive Vereinsentwicklung und wünsche mir, dass dieser Idealismus und dieser kameradschaftliche Geist auch in Zukunft weiter bestehen bleibt.

Ich möchte allen Mitgliedern vom Musik-Corps „Rheingold“ Hürth-Efferen e.V. von Herzen zum 70. Geburtstag gratulieren. Möge dieses Jubiläum dem Verein und uns als Vorstand viel Frohsinn, Mut und Kraft für die weitere Vereinsarbeit schenken. Für die Zukunft wünsche ich uns Musikerinnen und Musikern weiterhin ein erfolgreiches und kameradschaftliches Wirken im Dienste der Gemeinschaft und zur Freude der ganzen Rheingold-Familie.

Auf die nächsten 70 Jahre.

Festheft anlässlich unseres 70-jährigen Jubiläums

Grußwort unseres Schirmherrn - Willi Zylajew

Liebe Freunde aus Efferen,

viele Menschen aus unserer Heimatstadt haben über etliche Jahrzehnte den besonderen Stellenwert von Rheingold Hürth-Efferen erleben dürfen.

Ob direkt vor Ort, bei Konzerten, in diversen Veranstaltungen und lokalen Aktivitäten. Unser Rheingold gehörte und gehört zu den rheinischen Perlen der Laienmusik.

Bei Dienst- oder Urlaubsreisen in Deutschland, sogar Besuchen im benachbarten Ausland, wurde man nicht selten bei der Herkunftsnennung „Hürth“ auf das Musik-Corps aus Efferen angesprochen.

Mit den Dirigenten Willi Effern und Heinz Udo Winter, um nur wenige Namen zu nennen, spielte Rheingold Hürth-Efferen in der obersten Liga seiner Musikwelt.

Über lange Jahre durfte ich dieses beispielhafte Wirken miterleben. Im sehr produktiven Miteinander mit Paul Kujaczynski konnte ich bei einer Berlinreise und der Schaffung des Vereinsheims unterstützend wirken. Dieses Zuhause der BLAUGOLDENEN Musikergemeinschaft ist ein unverzichtbares Fundament für das Vereinsleben und die verlässliche Ausbildung der Mädchen und Jungen an den Instrumenten.

Auf den großartigen Leistungen ihrer Vorgänger können der neue Vorstand unter Judith Lambertz, Stephan Lasch und Karsten Düsseldorf die Geschicke des Musik-Corps „Rheingold“ Hürth-Efferen e.V. nach 70 Jahren fortentwickeln.

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum, herzlichen Dank an Paul Kujaczynski, stellvertretend für alle Vorstandsmitglieder aus sieben Jahrzehnten und mein herzliches GLÜCK AUF für die Zukunft!


Grußwort des Bürgermeisters - Dirk Breuer

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Spielleutemusik, liebe Rheingold-Mitglieder,

in einem Lied von Wolfgang Petry heißt es: „Bronze, Silber und Gold hab‘ ich nie gewollt.“ Glücklicherweise ist das in Efferen ganz anders: Gold – um genau zu sein - Rheingold ist gern gesehen und vor allem auch gehört. Mit rhythmischen, schwungvollen und konzertanten Klängen haben die Spielleute des Musik-Corps „Rheingold“ die Menschen weit über die Grenzen von Efferen hinaus begeistert. Folgerichtig, dass der Vereinsname nicht nur der Nibelungensage entlehnt ist, sondern auch auf ganz eigene Weise interpretiert wird, denn im Laufe von sieben Jahrzehnten konnte so mancher Preis und manche Auszeichnung bis hin zur Deutschen Meisterschaft errungen werden.

„Bronze, Silber und vor allem Gold“ haben die Aktiven des Musik-Corps also immer schon gewollt. Das zeugt vom Leistungsvermögen und der Spielfreude der Mitglieder, denen ich ganz herzlich zum 70-jährigen Bestehen gratuliere. Ich tue dies sowohl in meinem Namen als auch im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Hürth.

Ihre Auftritte sind aus dem Brauchtums- und Kulturleben unserer Heimatstadt nicht mehr wegzudenken; ohne ihre musikalische Begleitung wären viele Veranstaltungen und Feste nur halb so schön. Für dieses große Engagement in Sachen Musik möchte ich Ihnen ganz herzlich danken.

Jede Stadt ist darauf angewiesen, dass ihre Bürgerinnen und Bürger selber aktiv werden, dass sie dem Gemeindeleben ihren Stempel aufprägen und etwas für Kultur und Geselligkeit tun. Jede Gemeinde lebt von solch freiwilligem Engagement. Für die Zukunft hoffe ich daher, dass sich in Hürth weiterhin viele Bürgerinnen und Bürger einbringen und unser kulturelles Angebot mitgestalten. Sie alle befördern Lebensqualität und stiften Zusammenhalt.

Zusammenhalt stiftet die Musik in unnachahmlicher Weise, die dank ihrer universalen Sprache so leicht Verbindungen zwischen den Menschen schafft. „Die Musik“, so der große Geiger Yehudi Menuhin, „spricht für sich allein. Vorausgesetzt, wir geben ihr eine Chance“. Diese Chance hat sie in Hürth seit vielen, vielen Jahren. Und ich bin zuversichtlich, dass das Musik-Corps „Rheingold“ mit seinem Wirken auch in den kommenden Jahrzehnten diese Chance eröffnet.

Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, weiterhin viele Erfolge und allzeit viel Freude beim gemeinsamen Musizieren.


Grußwort LandesMusikVerband NRW - Patrick Hermann

Das Musik-Corps "Rheingold" Hürth-Efferen e.V. kann in diesem Jahr mit berechtigtem Stolz auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken. Zu diesem Vereinsjubiläum gratuliere ich - auch im Namen des Gesamtpräsidiums - sehr herzlich.

Der Verein genießt ein hohes Ansehen weit über die Grenzen seiner Heimatstadt hinaus, weil im Mittelpunkt der Bemühungen stets ehrenamtliches Engagement, Pflege des Brauchtums, Kameradschaft und die Einbeziehung vieler junger Menschen in die Musik der Spielleute gestanden hat.

Lebendiges Musizieren zählt zu den besten Möglichkeiten, anderen Freude zu vermitteln und selbst Freude zu empfinden. Diese Freude, die Besinnung und die aus der Musik erwachsende Freundschaft kann die Verbundenheit über alle Grenzen hinweg bestärken. Jeder, der sich in einer Musikgemeinschaft betätigt, findet Geborgenheit. Musik ist eine gemeinsame Sprache über nationale und gesellschaftliche Grenzen hinweg und verleiht der Idee eines friedlichen Miteinanders neue und dauerhafte Impulse.

Gerade in Zeiten der noch vorherrschenden Corona-Pandemie ein noch wichtigerer Aspekt sich der Musik und der Gemeinschaft in einem Verein zu verschreiben. 

Ich bin sicher, dass die hier praktizierte Arbeit die Bestandsgarantie für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft sein wird. Dies wünsche ich Ihnen allen vom Musik-Corps "Rheingold" von ganzen Herzen.

Auf die nächsten 70 Jahre!

Grußwort des Ortsvorstehers - Thomas Blank

70 Jahre Musik-Corps „Rheingold“ Hürth-Efferen e.V.,

zu diesem großartigen Jubiläum gratuliere ich allen Mitgliedern, Freunden und Wegbegleitern des Vereins ganz herzlich!

Wie es sich für einen Verein gehört, der sich seit sieben Jahrzehnten der Liebe zur Musik verschrieben hat, soll ein runder Geburtstag natürlich mit einem großen musikalischen Fest gebührend gefeiert werden.

Die Pandemie lässt das in dem geplanten großen Rahmen heuer allerdings nicht zu, sodass das große Jubiläumsfest in das nächste Jahr verschoben werden muss. Der Freude und dem Stolz über das stattliche Jubiläum tut dies aber keinen Abbruch.

Das Musik-Corps Rheingold Efferen, das mit seinen Spielmannzügen im Laufe der vielen Jahre etliche Meisterschaften gewonnen und Titel errungen hat, ist weit über Efferen und Region hinaus bekannt und fürwahr ein prächtiges Aushängeschild unseres Stadtteils und ein klangvoller Botschafter der ganzen Stadt Hürth. Auch wenn aufgrund der Pandemie in den letzten Monaten keine Zusammenkünfte im Vereinsheim mehr möglich waren, ließen sich zuletzt einige junge Mitglieder für die keineswegs immer dankbare Vorstandsarbeit gewinnen - und so gleichsam die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.

Hervorheben möchte ich an dieser Stelle die hervorragende Nachwuchsarbeit des Musik-Corps Efferen, dem es in den vergangenen sieben Dekaden immer wieder gelang, viele Jugendliche zu begeistern und ihnen die Schönheit der Musik nahezubringen. 

Dieses Jubiläum gibt natürlich auch Anlass, all jenen zu danken, die sich in den vergangenen 70 Jahren mit hohem persönlichem Einsatz in so vielfältiger Weise für die Belange dieses Vereins engagiert haben, sei es in der Jugendarbeit, als Mitglied des Vorstandes oder eben als Musikant.

Mein besonderer Dank gilt dem langjährigen Vorsitzenden Paul Kujaczynski dessen Wirken den Verein ganz maßgeblich geprägt - und nicht zuletzt durch die Unterstützung anderer Vereine im Ort, sowie der musikalischen Begleitung des Volkstrauertages – zu einem nicht mehr wegzudenkenden Stück Efferen gemacht hat.

Dem neuen Vorstand wünsche ich viel Erfolg und eine glückliche Hand für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben. Dem Musikkorps Efferen wünsche ich eine weiterhin gedeihliche Zukunft, stets viel Freude beim Musizieren und Gottes Segen. Mögen sich auch zukünftig immer Frauen und Männer finden, die diesen Verein als Aktive oder als Freunde unterstützen und ihm die Treue halten.


Grußwort des 1. Vorsitzenden der Ortsgemeinschaft  Efferen - Jakob Flock

Liebe Efferener Bürgerinnen und Bürger,
liebe Rheingold-Familie,

„7 Jahrzehnte“ Musik-Corps Rheingold in Efferen, eine Erfolgsstory.

Angefangen hat alles im Februar 1951 mit einigen musikbegeisterten Männern, deren Idee und Geist heute noch lebt.

Den ersten öffentlichen Auftritten bei Schützen- und Volksfesten folgten (in der Vereinschronik nachlesbar) mehrere Landes- und Deutsche Meisterschaften.

Ferner begeisterte Rheingold bei Musikfesten und Wettstreiten einschließlich Festumzüge. In Efferen fanden zudem Musikfeste und Konzerte mit befreundeten Vereinen statt.

Rheingold Efferen bereichert musikalisch über Jahrzehnte unseren Karneval, ob bei Saalveranstaltungen oder Karnevalsumzügen. Bei Kölner Traditionscorps ebenfalls als langjähriger musikalischer Partner bekannt und geschätzt.

In der langen Vereinschronik findet man die Gestellung von drei Efferener Tollitäten.

Beim Volkstrauertag erweist sich Rheingold Efferen als zuverlässiger Partner. In den 70er und Anfang der 80er Jahre durfte auch ich ein Teil dieses Vereins sein.

Ein Meilenstein war die Errichtung eines Vereinsheimes, heute u.a. an Vatertag ein beliebter Treffpunkt mit musikalischer Unterhaltung für Jung und Alt und die Proben stattfinden.

Ein Verein, der aus unserem Ortsbild nicht wegzudenken ist.

Die Ortsgemeinschaft Efferen wünscht dem Musik-Corps Rheingold Efferen viele weitere, gute Jahre, Erfolg und Gut Spiel.

Grußwort vom Spielmannszug "Klingendes Spiel"
Seppenrade e.V.

Rheinisch-Westfälische Musik-Freundschaft 

Wenn es im Verein nicht mehr zur besten Zufriedenheit läuft und zudem auch noch die Trainer-Stelle vakant ist, dann wird Ersatz gesucht. Wie man das aus der Fußball-Bundesliga kennt, so ist es auch im Musikverein. 

Mitte der 80iger Jahre hatten wir in Seppenrade zwar motivierte Musiker/innen aber es fehlte jemand, der die musikalische Leitung übernahm, die Hans Sippen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben konnte. Der Kandidatenkreis war überschaubar und schnell kristallisierten sich Willi Effern und Heinz-Udo Winter aus Hürth-Efferen als unsere Favoriten heraus. 

Das Tambourkorps „Rheingold“ war innovativ und brachte frischen Wind in die Spielmannsmusik in NRW. Sie spielten neue Arrangements und wurden in der Marschklasse von einem Dirigenten und nicht vom Tambourmajor angeleitet. Außerdem nahmen sie Noten und Notenständer mit auf die Bühne, was seinerzeit in der Marschklasse ein Novum war. 

Kurzum, musikalisch waren sie so, wie wir auch sein wollten. 

In einem gemeinsamen Gespräch wurden die Erwartungen und Voraussetzungen für eine Zusammen-arbeit ausgetauscht und dann hatten wir ab 1985 gleich zwei neue musikalische Leiter, Willi Effern für die Rhythmiker und Heinz-Udo Winter für die Flötisten. 

Über die mehrjährige musikalische Zusammenarbeit hinaus, entstand schnell auch eine andauernde Freundschaft. Auch zwischen unseren beiden Vereinen entwickelte sich eine freundschaftliche Verbindung. 

Was sich auch in den karnevalistischen Aktivitäten zeigte. 

Seppenrade, das kleine Bergdorf im Münsterland, war schon lange Jahre eine westfälische Karnevals-Hochburg und zeichnete sich durch vier aktive Karnevalsvereine aus. Bei deren Karnevalsveranstaltungen waren immer auch die Spielleute vom Spielmannszug „Klingendes Spiel“ dabei. Über die neuen Ausbilder Willi Effern und Heinz-Udo Winter verbreitete sich Ende der achtziger Jahre in Seppenrade auch der rheinische Karnevals-Virus, was sich zunächst im musikalischen Programm bemerkbar machte und auch den Jecken im Rosendorf auffiel: 

„Mer losse dr Dom in Kölle“, „Echte Fründe“, „Schau mir in die Augen“, „Op de Maat“, „Buenos Dias Matthias“ und „Et Trömmelche“ sind karnevalistische Klassiker, die seither im Seppenrader Karneval allen bekannt sind. 

Da die Musikfreunde aus Efferen über viele Jahre hinweg als Spielmannszug bei den „Roten Funken“ im Kölner Rosenmontagszuges mitwirkten, kam bei einigen Seppenrader Spielleuten schnell die Idee auf, dieses große Event auch mal live mitzuerleben. Das musikalische Programm war uns ja bereits bekannt, so dass sich im Jahr 1990 erstmalig vier Spielleute aus Seppenrade am Karnevals-Sonntag nach dem Festumzug beim Seppenrader Kinderkarneval auf den Weg nach Efferen machten. 

Kaum hatten Klaus, Günter, Dirk und Helmut die Autobahn bei der Abfahrt Klettenberg verlassen, wurde die Anreise durch einen Autounfall jäh gestoppt. Glücklicherweise nur ein Blechschaden, aber die Unfallaufnahme durch die Polizei und der Abtransport des nicht mehr fahrtüchtigen Autos sorgten doch für eine deutliche Verspätung, so dass ein pünktliches Eintreffen zum Karnevalsumzug in Hürth-Efferen nicht mehr möglich war. 

Derweil wartete Heinz-Udo Winter bereits auf die Seppenrade Spielleute und machte sich Sorgen. Handys gab es noch nicht und so musste nach den Vermissten gesucht werden. Eine telefonische Nachfrage bei der Polizei und bei Krankenhäusern bliebt ohne Erfolg. 

Später setzte sich die Erkenntnis durch, dass man die Seppenrader schneller durch eine Suchaktion in den Efferner Gaststätten hätte finden können. Und genauso war es, denn „en d'r Weetschaff op d'r Eck, do stund nit nur et Linda an d'r Thek“, sondern auch die vier Seppenrader Musikanten und wurden bestens mit Kölsch versorgt. 

Der Unfallschock war schnell vergessen und nach einer langen Karnevalsfeier wartete schließlich der große Rosenmontagszug in Köln. Es war ein einmaliges Erlebnis, sollte sich in den Folgejahren aber noch einige Male wiederholen. 

Immer wieder ein Ereignis waren auch die Termine zur Einkleidung in der altehrwürdigen Ülepooz, dem Vereinsheim der Roten Funken. 

Dort erhielten die Musiker/innen Ihre Gardeuniform, den Helm, die Gamaschen, den Brotbeutel und das Schlabberdöns und gelegentlich auch Hintergrundinformationen von Willi Effern. Wenngleich wir Westfalen in diesen Gesprächen wegen der „Sprachbarriere“ vielleicht nur 80 % der Informationen aufnehmen konnten, war die Begeisterung für alle spürbar. 

Im Jahr 1994 ging es wieder nach Efferen. Am Sonntagmorgen beim Kinderkarneval-Umzug in Seppenrade waren Dirk, Günter, Frank und Herbert schon mit der Gardeuniform der Roten Funken dabei. Nach diesem Umzug zog man sich um, um zum Umzug nach Hürth-Efferen zu fahren. Dies gelang schließlich ohne Zwischenfälle. 

Ein stimmungsvoller Umzug, ein feucht-fröhlicher Abend, eigentlich war alles perfekt, wenn die vier Spielkameraden in ihrem Quartier, einem Pavillon einer Efferener Schule, nicht durch die frostige Nacht überrascht worden wären. 

Natürlich war der Pavillon am Wochenende nicht beheizt und trotz Schlafsäcken und Wolldecken drohte es Frostbeulen zu geben. Auch der nächtliche Weg zur Toilette – barfuß quer über den ganzen Schulhof sorgte für eiskalte Füße – „Op bläcke Fööss no Kölle jon“. Wir können mitreden